Kiel (pm) - Im ohnehin schon wildunfallreichen Herbst ist insbesondere zur Zeitumstellung Vorsicht im Straßenverkehr geboten. Berufspendler sind eine Stunde später in der Morgendämmerung und nun häufig auch in der Abenddämmerung unterwegs. In diesen Dämmerungszeiten sind aber auch Wildtiere besonders aktiv.

Landesweit registriert die Polizei im Herbst ansteigende Wildunfallzahlen. Während im März 941 Wildunfälle auf den Straßen Schleswig-Holsteins verzeichnet wurden, sind es im September dieses Jahres bereits 1.126 Wildunfälle. Eine deutliche Steigerung im Oktober zeichnet sich bereits ab.

Im Jahresschnitt der Jahre 2015 und 2016 kam es jeweils zu rund 15.000 polizeilich registrierten Wildunfällen. Bisher sind in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bereits über 11.000 Unfälle verzeichnet worden.

Aus Sicht der Landespolizei ist dies erneut Anlass, auf Tipps zur Unfallvermeidung und Verhaltensweise im Falle eines Wildunfalls hinzuweisen.

Tipps Ihrer Polizei zur Verringerung des Risikos eines Wildunfalls:

Rechnen Sie außerhalb geschlossener Ortschaften immer mit Wildtieren. Hirsche und Rehe sind dämmerungsaktiv, können aber vor allem jetzt, in der Erntezeit, auch tagsüber plötzlich auftauchen. Wildschweine sind gerne nachts unterwegs.

Fahren Sie vorsichtig und seien Sie jederzeit bremsbereit. Wählen Sie ihre Geschwindigkeit so, dass Sie auch in Kurven jederzeit kontrolliert bremsen können, ohne dabei die Kontrolle über Ihr Fahrzeug zu verlieren.

Abblenden und bremsen bei Wildwechsel! Kontrolliert abbremsen und gegebenenfalls hupen, wenn Wild auf der Straße steht. Achten Sie dabei auf den nachfolgenden Verkehr. Halten Sie notfalls an. Ein Wildtier ist in seinem Verhalten unberechenbar. Es kann flüchten, plötzlich stehen bleiben und auch umdrehen und zurückkommen. Wo ein Tier zu sehen ist, gibt es weitere! Besser kontrolliert zusammenstoßen, als unkontrolliert ausweichen! Riskante Ausweichmanöver gefährden den Gegenverkehr und Sie selbst.

Achten Sie bitte auf die Warnschilder. Aufgrund von Auswertungen werden diese vor allem an Strecken aufgestellt, wo es besonders häufig zu einem Wildwechsel kommt.

Die Augen der Tiere reflektieren das Licht! Fahren Sie deshalb, wenn möglich mit Fernlicht, um das Wild rechtzeitig zu erkennen! Deshalb: Fuß vom Gas, wenn Sie durch Waldstücke oder entlang von Wäldern oder Feldern fahren!

Kommt es zu einem Unfall, ist die Unfallstelle abzusichern und die Polizei zu verständigen! Diese informiert den zuständigen Jagdpächter. Auf keinen Fall sollten Sie ein Tier nach einem Unfall einladen und mitnehmen. Damit würde man sich wegen Jagdwilderei strafbar machen.

Und noch ein Tipp: Besuchen Sie ein Fahrsicherheitstraining. Diese werden regelmäßig von der Verkehrswacht und den bekannten Automobilclubs angeboten. Hier lernen Sie mit dem eigenen Fahrzeug professionelle Brems- und Ausweichmanöver. Wiederholen Sie regelmäßig dieses Angebot. Dann haben Sie eine reelle Chance, bei Gefahr das Richtige zu tun, um das Risiko eines Unfalls auf ein Minimum zu reduzieren.

 

 

Pressemitteilung/Bild: Landespolizeiamt