Kiel (pm) - Bildungsministerin Karin Prien macht sich für den Ausbau und die Verbesserung des Ganztagsangebotes in Schleswig-Holstein stark. „Viele Ganztagsangebote sind unterfinanziert und es gibt noch immer 34 Grundschulen, die gar kein Ganztagsangebot vorhalten. Das wollen wir ändern“, sagte sie am 17. August 2017 in Kiel mit Blick auf den jüngsten Bildungsmonitor des Deutschen Instituts für Wirtschaft.

„Die Eltern im ganzen Land sollen sicher sein, dass ihre Kinder auch nach Schulschluss gut betreut werden“, so die Ministerin. Sie verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem die Modernisierung und der Ausbau eines verlässlichen Ganztagsangebotes an den Grundschulen bis 2022 vereinbart seien. Dazu werde die Landesregierung mit den Schulträgern über eine Neuordnung der Finanzierung beraten. „Angesichts der unterschiedlichen Finanzkraft der Länder sehe ich aber auch den Bund in der Pflicht, denn das sehr unterschiedliche  Ganztagsangebot in den Ländern widerspricht dem Gebot der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den Ländern“, sagte Ministerin Prien.  Ihrer Ansicht nach würde sich ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz positiv für Schleswig-Holstein auswirken: „Wir haben da eine klare Erwartungshaltung an die nächste Bundesregierung.“

Zum vorgelegten Bildungsmonitor hob die Bildungsministerin hervor, er betrachte zwar richtigerweise die Bildungsbereiche Kita, Schule und Hochschule insgesamt, sei aber vor allem aus der Interessenlage der Wirtschaft geschrieben und gebe daher nicht die gesamte Leistungsstärke des schleswig-holsteinischen Bildungssystems wieder: „Dennoch gilt: Defizite müssen erkannt und benannt werden, um sie abstellen zu können“, sagte Prien. Daher finde sie etwa den Hinweis darauf, dass Schleswig-Holstein seine Bildungsausgaben erhöhen müsse richtig und wichtig; sie verwies darauf, dass dieses Ziel im Koalitionsvertrag der Landesregierung formuliert sei und nicht ohne Grund auf allen Ebenen bessere Bildung  Schwerpunkt der Regierungsarbeit sei. .

Auch der kritische Bildungsmonitor-Hinweis auf Defizite in Schleswig-Holstein bei den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sei nicht unberechtigt, sagte die Ministerin. Sie kündigte eine umfassende MINT-Offensive in allen Schularten an, um den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu stärken - so stehe es auch im Koalitionsvertrag. Schulprogramme und Lehrerfortbildungen würden ausgebaut, insbesondere wolle man Mädchen und junge Frauen für den MINT-Bereich noch mehr begeistern. „Um gute Grundlagen zu legen und weniger fachfremden Unterricht erteilen zu müssen, wollen wir zukünftig Lehrkräfte an den Grundschulen einstellen, die mindestens eines der Fächer Deutsch oder Mathematik studiert haben. Auch eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Schulen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und die Digitalisierung bieten hier neue Perspektiven“, sagte Bildungsministerin Prien.

Bei der Quote an unversorgten Bewerbern in der beruflichen Bildung schneidet Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor mit 12,6 Prozent (Bundesschnitt 9,5 Prozent) nicht gut ab. Daher wolle die Landesregierung Kooperationen von berufsbildenden Schulen, dem Handwerk, den Kammern und den Unternehmensverbänden und freien Trägern sowie mit der Bundesagentur für Arbeit weiter intensivieren sowie Jugendberufsagenturen weiter ausbauen und weiter für junge Geflüchtete über 18 Jahren und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus Sprachunterricht, Ausbildungsvorbereitung und Ausbildungsbegleitung organisieren. „Wir wollen Geflüchteten über 18 Jahren weiterhin die Möglichkeit auf den Besuch einer Berufsschule einräumen. In einem ersten Schritt stellen wir dafür 20 zusätzliche Stellen zur Verfügung. Aber - wenn wir das für alle anbieten wollen - braucht es zusätzliche Bundesmittel. Dafür setzen wir uns ein“, sagte Ministerin Prien.

 

Pressemitteilung: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (MBWK) Schleswig-Holstein