Süderbrarup (ftb) – Der Sieger des Realisierungswettbewerbes für den Neubau eines Bildungscampus in Süderbrarup steht fest! Gewinner ist das Architekturbüro „Architekten Johannsen und Partner“ aus Hamburg. In dem Entwurf fügen sich die Klassenräume separat an einen großen Flur an und schaffen damit eine räumliche und funktionale Freiheit. In der neuen Grundschule auf dem Gelände des ehemaligen Kleingartengeländes „Toft“ werden im Jahre 2017 rund 300 Kinder das neue Schuljahr beginnen.

Die Schleidörferschule in Steinfeld und Boren, die Knüttel-Antonius-Schule in Norderbrarup und Mohrkirch sowie die Brarup-Schule in Süderbrarup werden dann zu einer Grundschule zusammengelegt. „Wir haben schon 2013 damit angefangen, uns mit der Neuordnung der Grundschullandschaft zu beschäftigen“, erzählt Peter Clausen vom Amt Süderbrarup. Der demographische Wandel macht sich auch an den stark sinkenden Schülerzahlen bemerkbar. „Ziel ist es, eine ausreichend frequentierte Schule zu schaffen und einen qualitativ hochwertigen Unterricht zu sichern,“ betont Peter Clausen. Die Eltern- und Lehrerschaft befürworten das neue Konzept des Amtes.

Zur Gewinnung eines optimalen Entwurfs wurde ein zweiphasiger, EU-offener hochbaulicher Realisierungswettbewerb ausgelobt. Es haben 129 Architekturbüros ihre Ideen für einen Neubau einer 3-zügigen Grundschule in Süderbrarup eingereicht, von denen 10 ihre Entwürfe konkretisieren konnten. Die Entwürfe des Hamburger Architekturbüros „Architekten Johannsen und Partner“ wurden von der Jury als Gewinner ausgelobt.

Der Amtsbereich Süderbrarup gewinnt eine gut besuchte Grundschule, an der qualitativ hochwertiger Unterricht in Zeiten sinkender Schülerzahlen standfinden kann. Das Amt Süderbrarup als Schulträger hat sich für die Stärkung einer gemeinsamen Grundschule in zentraler Lage entschieden.

 

SüderbrarupLageplan800

 

Süderbrarup pläne 150904 Ansicht Süd800

 

Auszüge aus dem Erläuterungsericht der Architekten Johannsen und Partner

Die Grundstruktur des Entwurfs ergibt sich aus 4 Klassenhäusern und einem Fachklassenhaus, denen jeweils eine offene Kommunikationsfläche zugeordnet ist. Mensa, Musikraum und Bücherei gruppieren sich in Eingangsnähe am östlichen Gebäudekopf um einen zentralen multifunktionalen Bereich. (...)  
Zur Optimierung der Belichtung sind die einzelnen Gruppen gegeneinander verdreht. So können wir Ein- und Ausblicke steuern, differenzierte Bereiche schaffen und das Gebäude mit der Umgebung vielfältig verknüpfen. Die Höhenentwicklung des Geländes nehmen wir im Innenraum auf. (...) Den Höhenunterschied gleichen wir durch Rampen entlang der Haupterschließung aus. Die Flure sind aufgelöst und es entsteht ein Wechsel aus Plätzen und Wegen, die an einen historischen Stadtgrundriss erinnern. 
Stadt- oder landschaftsräumlich schotten sich die Klassenhäuser nicht zur Umgebung ab, sondern sind offen und kommunikativ, wenngleich auch mit der eindeutigen Geste des halböffentlichen Raumes, der einen behutsamen Übergang von der kleinen Gruppe in die große Gemeinschaft ermöglicht. Unterstützt wird dieses durch eine differenzierte Gestaltung der Außenanlagen, die behutsam auf den Ort reagiert.  

Jeweils drei Klassen bilden ein Klassenhaus, dem ein gemeinsamer kommunikativer Bereich vorgelagert ist. Jeder Klassenraum erhält ein großes gerahmtes Fensterelement, das gleichzeitig als vorgelagerte Sitzstufe zur Terrasse dient. Hierdurch ist die direkte Verbindung von Unterricht im Gebäude und  im Freien möglich. Gleiches gilt für den Musikraum, der einerseits Richtung Mensa und Eingangsbereich mit kleiner Stufenanlage zu öffnen ist, andererseits auch eine direkte Öffnung zum Schulhof für Freiluftveranstaltungen aufweist. Bücherei und Schülerbücherei liegen in unmittelbarer Nähe zu der kleinen skulpturalen Stufenanlage, die mit der darunter liegenden Lesehöhle zum Sitzen und Lesen einlädt.

(...) Entlang der Grundstückgrenze ergibt sich eine rahmende Gehölzpflanzung mit einzelnen Großbäumen in Form eines Knicks. Den einzelnen Klassen sind jeweils Terrassen vorgelagert, die ohne weitere Abgrenzung in die Wiesenlandschaft übergehen. Auf der Südostseite des Gebäudes liegt neben dem Haupteingang der Schulhof. Die Fläche hat eine Größe von ca. 1500 Quadratmetern und ist der Topographie folgend mit Sitzstufen gegliedert, wodurch sich für den Aufsicht führenden Lehrer eine gute Übersichtlichkeit ergibt. Der Schulhof bietet vielfältige Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Neben zwei Minifußballfeldern sind eine Kletteranlage, mehrere Tischtennisplatten und diverse Spielgeräte vorgesehen. Als Wetterschutz fungieren wasserfest beschichtete Sonnensegel. Westlich des Haupteingangs befindet sich der Schulgarten, der von allen Schülern gemeinsam genutzt wird und mit einem Gartenzaun eingefasst ist. (...) Die im südwestlichen Teil des Grundstücks gelegene Fläche wird zur Versickerung und Rückhaltung des anfallenden Regenwassers genutzt. Das entstehende Feuchtbiotop kann mit Hilfe eines Beobachtungssteges als Anschauungsobjekt in den Unterricht einbezogen werden. (...)

Grafiken und Erläuterungsbericht: Architekten Johannsen und Partner