Boren (ftb) – Die Großgemeinde Boren besteht aus fünf ehemaligen autarken Gemeinden. Die Gemeinden Ekenis und Kiesby sind vor zwei Jahren eingegliedert worden. Als Großgemeinde haben sie die Chance, Kräfte zu bündeln, um in Hinblick auf die demographische Herausforderung reagieren zu können. Die Zusammenlegung der zwei Grundschulen aufgrund sinkender Schülerzahlen war eine Maßnahme. Die Schaffung eines neuen, gemeinsamen Zentrums wünschenswert. Der Erhalt des Kindergartens ist für die Gemeindevertreter selbstverständlich. Investitionen in den Kindergarten sind aktuell erforderlich und lösten eine Diskussion um den Standort aus. Die Gemeindevertreter haben sich für einen Umzug des Kindergartens aus Ekenis in das leerstehende Schulgebäude im Ortsteil Boren entschieden.

Teile des Kindergartengebäudes in Ekenis sind sanierungsbedürftig und bauliche Veränderungen von Nöten. Zum einen fordert die Heimaufsicht eine zeitnahe Sanierung des Sanitärbereiches. Zum anderen müssen die räumlichen Standards für die wachsende Anzahl an Krippenkindern (U3) den gesetzlichen Richtlinien angepasst werden. Eine bauliche Erweiterung wäre erforderlich. Die Kirche als Eigentürmer des Hauses hätte investieren müssen. „So wie es jetzt ist, ist es nicht zeitgerecht“, so die Kindergartenleiterin Nicole Höppner. „Wir als Team wollen eine Kindergarteneinrichtung auf aktuellem Stand der pädagogischen Arbeit haben.“ Das Kindergartenteam und die Elternschaft präferieren keinen der beiden Orte, wichtig ist ihnen eine Entscheidung.

Die Entscheidung für den Standort in Boren ist gefallen. Die Raumsituation ist besser, eine Erweiterung leicht möglich, die Turnhalle, der Spielplatz und der Sportplatz der alten Schule können mit genutzt werden. Das pädagogische Konzept des Kindergartens, in offenen Bereichen Schwerpunktarbeit zu leisten, ist hier optimal. Es kann beispielsweise eine technische Ecke, ein Experimentierbereich und eine musische Abteilung geben. „Jedes Kind kann sich seinen Platz suchen,“ so Nicole Höppner.

„Ich bin nicht zufrieden, dass wir das von außen her übers Knie brechen müssen“, so Bürgermeister Thomas Detlefsen, der an die drohende Schließung des Kindergartens durch die Auflagen der Heimaufsicht denkt. Allerdings sieht er eine „Perspektive für unsere Kleinsten, eine zeitgerechte Kita“ im Zentrum von Boren zu schaffen. Er weist darauf hin, dass die Kindergartenauswahl sich gewandelt hat. Viele Eltern wählen nicht mehr den Kindergarten vor Ort, sondern es spielen andere Gesichtspunkten eine Rolle. „Wir brauchen motivierte Mitarbeiter.“

Es fallen höhere Investitionskosten an, als es in Ekenis der Fall wäre. Die Gemeinde Boren investiert jedoch in den eigenen Bestand, der für eine anderweitige Nutzung zur Diskussion stand. Es wurde über den Abriss der alten Schule, über altersgerechtes Wohnen, über Verkauf oder über die Nutzung eines kulturellen Gebäudes nachgedacht.

Mit dem Umzug des Kindergartens ist Boren auf dem Weg, ein neues Zentrum für alle Ortsteile zu schaffen. „Wir wollen eine gelebte Großgemeinde“, ruft Bürgermeister Thomas Detelefsen aus.

 

In dieses Haus, eine ehemalige Schule, zieht der Kindergarten.

 

Dies ist der Kindergarten im Ortsteil Ekenis.