Böel (ftb) - Der Bürgermeister von Böel Rainer Stahmer lud die Einwohner in den Lindenhof ein, um über die Situation der Windkraftanlagen am Ortsrand zu informieren und ein neues mögliches Konzept vorzustellen. An den Ortsrändern der Gemeinden Böel und Schnarup-Thumby wurden vor etwa 20 Jahren sechs Windkraftanlagen aufgestellt, „die in die Jahre gekommen sind“, berichtet Rainer Stahmer.

Die Altanlagenbetreiber schlagen vor, die Anlagen zu „repowern“ und beauftragten in Abstimmung mit der Gemeindevertretung das Planungsbüro iTerra Wind aus Niebüll, ein neues Windparkprojekt zu entwickeln. Das Vorhaben kann nur unter Voraussetzung realisiert werden, wenn „alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und ein gemeinsam erarbeiteter städtebaulicher Vertrag wird abgeschlossen“, berichtet Bürgermeister Rainer Stahmer.

Heinz Carstensen, Abteilungsleiter Wind des Niebüller Unternehmens, präsentierte den Einwohnern ein Konzept, bei dem eine Windkraftanlage von den Bürgern finanziert werden sollen. Auf einem neuen Planungsgebiet von 29 Hektar würden dann drei neue 1,50m hohe Anlagen entstehen können, die jeweils 8,5 bis 9 Kilowattstunden pro Jahr Strom produzieren. Im nahegelegenen Struxdorf wäre gegebenenfalls ein Netzanschluss vorhanden. Ziel sei es, spätestens 2017 die Windkraftanlagen in Form eines Bürgerwindparks zu errichten. Das Investitionsvolumen betrüge 4,5 Mio. Euro pro Windkraftanlage.

Das Projekt soll von zwei Betreiber-Gesellschaften getragen werden, wobei die Einwohner Böels mit einer Windkraftanlage durch eine Kommanditgesellschaft eingebunden werden sollen. 20% des Investitionsvolumens müssten die 749 Bürger als Eigenkapitalanteil aufbringen, wobei die Mindestanteilsgröße bei 1000 Euro liegt. In den ersten 12 bis 15 Jahren liegt die Förderung von Windenenergie bei schätzungsweise 8,50 Cent pro Kilowattstunde, der Grundwert liegt bei 4,75 Cent. Die Strompreise seien von der Entwicklung am Spotmarkt der Strombörse EPEX Spot SE in Paris abhängig. Ebenso wies Heinz Carstens darauf hin, dass nach aktuellem Stand der Wissenschaft „keine Beeinträchtigung durch den Infraschall besteht“. Das menschliche Ohr würde die Geräusche der Windkraftanlagen kaum oder gar nicht wahrnehmen. Ein erwähnenswerter Punkt, da 15 bis 18 Häuser in Böel nur 700 Meter von dem Anlagenradius entfernt liegen. Die Betreiber erarbeiten derzeit mit der Gemeinde ein Konzept, die Anwohner vorrangig am Projekt zu beteiligen.

Ob sich die Einwohner und Gemeindevertreter für oder gegen das neue Konzept eines Bürgerwindparks entscheiden, steht noch nicht fest und bedarf weiterer Informationsveranstaltungen und Überlegungen.