Steinberg (ftb) – Die Vereine „Angeliter bohren nach“ und „Kein Co2 Endlager“ luden zum 1. Angeliter Umwelttag auf den Scheersberg ein. Vorträge und Diskussionsrunden fanden rund um das Thema „Energiewende – ist Erdölförderung noch zeitgemäß?“ statt.

Kreispräsident Ulrich Brüggemeier eröffnete den Angeliter Umwelttag. Er betonte, dass der Kreis Schleswig-Flensburg das Engagement der Veranstalter begrüße. Der Kreis habe sich „einstimmig gegen Planung und Durchführung von Maßnahmen zu CSS ausgesprochen“. Der Untergrund der Nordregion solle nicht als Endlager für Co2 genutzt werden. „Es geht vorrangig um unsere zentrale Lebensgrundlage: das Wasser. Ohne Wasser geht gar nichts,“ erklärt Ulrich Brüggemeier. „Es gilt, gemeinsam auf erneuerbare Energien das Augenmerk zu legen, für eine nachhaltige Entwicklung.“

Referent Ulrich Jochimsen als „Vater der Energiewende“ bekannt, sieht in Angeln ein Gebiet, „wo es viele Möglichkeiten für erneuerbare Energien gibt“, beispielsweise Nachbarschaftsstromhandel, „Power to gas“ und neue Konzepte mit großen Biogasanlagen für eine dezentrale Stromversorgung. Referentin Julia Schirrmacher von der Europa Universität Flensburg erörterte die Wichtigkeit des kommunalen Klimaschutzes. Auch Erdölförderung und Fracking in Schleswig-Holstein wurde thematisiert. „In der Podiumsdiskussion waren sich alle Teilnehmer einig, dass Erdölförderung nicht mehr zeitgemäß sei“, berichtet Ingrid Lohstöter, Pressesprecherin des Vereins „Angeliter bohren nach“. „Wir betrachten den 1. Angeliter Umwelttag als vollen Erfolg“, freut sich Ingrid Lohstöter, die rund 500 Besucher zählte.

Angeliter bohren nach e.V.

Der Verein setzt sich dafür ein, dass keine Öl- und Gasförderung in Angeln stattfinden. Er entstand im März 2015 aus einer Bürgerinitiative, die sich kritisch mit dem Vorhaben des Unternehmens „Central Anglia“ auseinandersetzte, im Gebiet Sterup nach Erdöl zu suchen. Sie zeigen Risiken für die Menschen, Tiere und die Umwelt auf. Das so genannte „Erlaubnisfeld Sterup“ erstreckt sich dabei über eine Fläche von rund 183 km². Es reicht von Dollerup bis zur Geltinger Bucht, im Süden bis Stoltebüll, Mohrkirch.

 

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Birgit Jessen-Braun von "Angeliter bohren nach"  bedankt sich bei Kreispräsident Ulrich Brüggemeier.

 

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Die Mitglieder von "Angeliter bohren nach" stellen sich dem Publikum vor.