Schleswig (pm) - Die Landesregierung investiert weiter in die berufliche Qualifizierung von jungen Strafgefangenen. Justizministerin Anke Spoorendonk übergab dafür am 24. April 2017 in der Jugendanstalt Schleswig einen Förderbescheid über gut eine Million Euro an das Berufsbildungszentrum Schleswig (BBZ). „Das BBZ ist ein regional aufs Beste vernetzter und äußerst anerkannter Bildungsträger, dem es überzeugend gelingt, sowohl die Fähigkeiten und Kenntnisse der Zielgruppe als auch die Bedarfe und Möglichkeiten des externen Arbeitsmarktes aufeinander zu beziehen“, erklärte die Ministerin.

„Es eine Freude zu sehen, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vollzugs und des BBZ gemeinsam daran arbeiten, die jungen Gefangenen zu befähigen, zukünftig ein Leben ohne Straftaten und in sozialer Verantwortung zu führen. Der Vorbereitung auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt durch die Berufsvorbereitung und Berufsausbildung ist ein wichtiger Baustein dabei.“

Die Fördersumme ermöglicht den Einsatz von bis zu 18 Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern des BBZ Schleswig zur (vor)beruflichen Qualifizierung von jungen Gefangenen. Das Qualifizierungsangebot des BBZ Schleswig in der Jugendanstalt umfasst rund 70 Qualifizierungsplätze in den Bereichen Gastronomie/Küche, Holz, Bau- und Baunebenberufe, Farbe, Metall und Gebäudereinigung. Zudem bietet das BBZ ein Eingangsprofiling zur Berufswegeplanung, ein Arbeitstraining und EDV-Schulungen sowie eine berufsorientierte Integrationsbegleitung, die über die Haftzeit hinaus andauert, an. Die Integrationsbegleitungen unterstützen vor der Haftentlassung und bis zu einem Jahr darüber hinaus in Bewerbungsverfahren, bei Behördengängen und auch in Phasen der Demotivation, damit der begonnene Weg in die Berufswelt nicht erneut scheitert. Sie sind auch Ansprechpartner für Ausbilder und Arbeitgeber.

Für die jungen Gefangenen ist dieses Angebot die Chance auf die Wiederaufnahme des zuvor der Haft zumeist abgebrochenen Bildungsweges. Mit den Grundkenntnissen in verschiedenen handwerklichen Bereichen und im Idealfall mit einem Schulabschluss werden die Grundlagen für den Einstieg in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nach der Haft gelegt. Gerade die Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt kann dazu beitragen, dass die Reintegration in die Gesellschaft gelingt.

Konzeptionell ist das Angebot an Berufsvorbereitende Maßnahmen der Agentur für Arbeit außerhalb des Vollzugs angelehnt. Geeignete Gefangene können im Rahmen der Teilnahme auch einen dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss gleichwertigen Abschluss erwerben. Für die Berufsausbildung zur Fachkraft Gastronomie gilt die Berufsausbildungsverordnung. Das Angebot ist auf die Bedarfe und Möglichkeiten der Gefangene im Alter von 14 – 24 Jahren ausgerichtet. Das BBZ Schleswig ist zudem, jenseits des zuwendungsfinanzierten Engagements für die fachpraktische Berufsvorbereitung und -ausbildung, die zuständige Berufsschule vor Ort und damit für die Erteilung des Berufsschulunterrichts zuständig.

Die Aktion „Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für jugendliche Gefangene“ wird aus dem Landesprogramm Arbeit mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.
Das Arbeitsmarktprogramm der Landesregierung für die Jahre 2014 bis 2020 setzt auf die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften, die Unterstützung bei der Integration von Menschen, die es besonders schwer haben, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen und die Förderung des Potentials junger Menschen. Das Landesprogramm Arbeit hat ein Volumen von etwa 240 Million Euro, davon stammen knapp 89 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfond (ESF).

 

Pressemitteilung: Ministerium für Justiz, Kultur und Europa Schleswig-Holstein