Schleswig (emw) - „Mit großen Schritten können wir auf die Sanierung des Schleswiger St. Petri-Doms zugehen, weil der Bund, das Land und die Stadt dieses Projekt großzügig unterstützen. Dafür bin ich außerordentlich dankbar.“ Das erklärte Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), im Rahmen einer Feierstundemit den Zuwendungsgebern von Bund, Land und Stadt. Als Gäste begrüßte der Bischof zu diesem Anlass Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Torsten Albig, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa sowie Dr. Arthur Christiansen, Bürgermeister der Stadt Schleswig.

 

In seinem Grußwort ging Bischof Magaard auf die unterschiedlichen Beweggründe für einen Besuch des Schleswiger Doms ein: „Viele Menschen kommen von nah und fern, weil kein anderes Gebäude so eng mit der wechselvollen deutsch-dänischen Geschichte des Herzogtums Schleswig und des Landes verbunden ist. Sie lassen die zahlreichen Kunstgegenstände auf sich wirken, insbesondere den Brüggemann-Altar, das Grabmal für König Friedrich I., das Gewölbe oder den Kreuzgang.“ Für andere wiederum sei der Dom ein Ort besonderer Gottesdienste und Konzerte und bisweilen auch der eigenen Lebensgeschichte: „Taufen, Hochzeiten, aber auch Trauerfeiern – unzählige Menschen sind dadurch mit dem Dom aufs Engste verbunden.“ Nicht zuletzt sei der Dom für viele ein Ort der Besinnung und des Gebets. Magaard: „Ein Ort der Stille, des Lichts, ein Ort der Musik und des Trostes.“

 

In jeder Fuge europäische Geschichte

Staatsministerin Prof. Monika Grütters erklärte: „Der St. Petri-Dom ist ein einzigartiges Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst. Seine Geschichte und Gestalt wurden über Jahrhunderte durch die Entwicklungen in Europa geprägt. In jedem Stein, in jeder Fuge ist hier europäische Geschichte präsent. Für die Sanierung dieses bedeutenden Baudenkmals stellt mein Haus insgesamt mehr als acht Millionen Euro bereit – das ist die Hälfte der zu erwartenden Investitionsausgaben. Damit leistet der Bund einen wichtigen Betrag nicht nur zum Erhalt dieses Bauwerks, sondern unserer reichen Kulturlandschaft überhaupt.“

 

Gute Zusammenarbeit

„Der großen Historie Schleswigs verdanken wir ein vielfältiges kulturelles Erbe.“ Darauf wies Ministerpräsident Torsten Albig hin. „Es ist unsere Verpflichtung, Schätze wie St. Petri zu bewahren. Deshalb freue ich mich besonders über die gute Zusammenarbeit von Bund, Land, Stadt und Nordkirche bei der Sanierung des Schleswiger Doms.“

Ein „bedeutsames kulturelles Erbe für das Land Schleswig-Holstein“ nannte Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, den Dom zu Schleswig am Rande der Veranstaltung: „Der Dom hat eine Strahlkraft für die Region und den gesamten Landesteil Schleswig. Wir freuen uns über die anstehende Sanierung des Domturmes.“

 

Optischer Identifikationsfaktor

Schleswigs Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen verwies in seinem Grußwort darauf, dass das gewaltige Kirchenschiff des Schleswiger Domes seit mindestens 800 Jahren das Zentrum der Stadt bilde und als solches über viele Jahrhunderte weit mehr als nur eine Sehenswürdigkeit oder ein touristisches Highlight sei. „Der St. Petri-Dom ist eines der wichtigsten Symbole für die Bedeutung und die reiche Geschichte unserer Stadt und damit bis heute nicht nur ein optischer Identifikationsfaktor für alle Schleswigerinnen und Schleswiger. Kurz gesagt: Unser Herz hängt am Dom. Daher war es für die Stadtverwaltung eine Selbstverständlichkeit, sich an der Finanzierung der Domsanierung zu beteiligen.“

Die Bausumme für die grundlegende Sanierung von Turm und Westfassade beläuft sich auf 17,3 Millionen Euro Sie wird durch die Bundesregierung mit 8,65 Millionen Euro gefördert. Für das Land Schleswig-Holstein unterstützen das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa sowie das Finanzministerium die Maßnahme mit insgesamt 4,1 Millionen Euro. Die Stadt Schleswig hat 450.000 Euro zugesagt und die Nordkirche trägt als Eigenanteil 4,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind 1 Million Euro, mit denen sich der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und die Kirchengemeinde Schleswig beteiligen.

Mehr als drei Viertel der Kosten fließen in die Sanierung der Baukonstruktion des Turmes und der Westfassade sowie der Fenster. Hinzu kommen u.a. barrierefreie Zugänge, eine bessere Beleuchtung sowie Be- und Entlüftung. Mit den auch von außen sichtbaren Baumaßnahmen wird im Spätherbst 2017 begonnen.

 

Foto (v.l.): Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen, Ministerin Anke Spoorendonk, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Bischof Gothart Magaard, Ministerpräsident Torsten Albig Foto: Most-Werbeck/Nordkirche
Foto (v.l.): Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen, Ministerin Anke Spoorendonk, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Bischof Gothart Magaard, Ministerpräsident Torsten Albig, Foto: Most-Werbeck/Nordkirche

 

Pressemitteilung: Nordkirche, Foto: Most-Werbeck/Nordkirche