Grundhof (dc) - Schön muss es gewesen sein - das diesjährige Weihnachtsfest bei Frau Hansen. Ein prächtiger und großer Tannenbaum. Nordmanntanne versteht sich. Wie in jedem Jahr stellt Sie pünktlich nach den heiligen drei Königen Ihren Tannenbaum zur Abholung an die Straße bereit. Sie weiß, dass die Landjugend Grundhof schon seit vielen Jahren die Tannenbäume einsammelt. Nicht nur bei Frau Hansen, sondern auch bei fast 600 anderen Haushalten aus den 4 Gemeinden ist dies so.

Man kann das Barometer danach stellen, dass der Wetterumschwung kommt, wenn die Tannenbäume eingesammelt werden. Schon das sechste Jahr in Folge regnet, nieselt, schneit oder stürmt es, wenn sich auf einem Samstagvormittag knapp 40 Landjugendliche mit 4 Treckergespannen auf den Weg machen, die Tannenbäume einzusammeln. Trotz aller Wetterkapriolen wird dennoch gestartet und die Tour bringt verdammt viel Spaß.

Kurioses entdeckt man hier und da an den ausgedienten Tannenbäumen. Vergessene Dekorationsartikel, Tannenbaumständer aber auch Geld- und Sachspenden unterschiedlicher Couleur kommen zum Vorschein. Dabei fällt auf, dass besonders in Neubaugebieten das anonyme Ablegen der Tannenbäume auf schnell wachsenden Sammelplätzen wie selbstverständlich zum Trend wird. Spenden sucht man hier bei den Sammelplätzen meistens vergebens. Vielleicht auch, weil Ehrenamt „unbezahlbar“ ist. Dennoch wird jede Spende dankbar angenommen und mit zum Landjugendraum genommen. Von den Geldspenden werden die Kosten für die Treckergespanne und die heiße Suppe gezahlt. Es ist zwar nicht immer kostendeckend, aber es geht  um den Spaß und um das ehrenamtliche Engagement.

Manch Anwohner ist sogar der Meinung, seine Gartenabfälle oder kleingesägten Gartentannen kostengünstig entsorgen zu können. Etwas trotzig verbleiben diese Gartenabfälle aber an Ort und Stelle, um ein kleines Zeichen zu setzen. Nach rund 3 Stunden sind die eingesammelten Tannenbäume zum Brennplatz gefahren, die Landjugendlichen gründlich durchnässt und die heiße Suppe wartet duftend im Landjugendraum.

Wie zu Weihnachten folgt nach dem Essen die Bescherung. Etwas nervös und voller Freude werden die Geld- und Sachspenden ausgepackt. Der Müllberg wächst, und die Verpackungen von den Schoko-Weihnachtsmännern rascheln im Landjugendraum. Aus all den Spenden sticht eine kleine Karte hervor, die gut in eine Plastiktüte gegen die Feuchtigkeit eingewickelt ist. Es ist die handgeschriebene Dankeskarte von Frau Hansen. Leider kennen wir sie nicht persönlich, aber die Wertschätzung und Dankbarkeit die wir seit vielen Jahren in ihren Worten erfahren, ist für uns ein Grund, auch weiterhin die Tannenbäume einzusammeln. Und so mag es richtig sein, dass Ehrenamt unbezahlbar ist. Aber so klein das „Dankeschön“ auch ist, es motiviert ungemein. Wir werden auch weiterhin vielen Bewohnern einen schönen und stressfreien Ausgang von all dem Weihnachtstrubel bescheren, auch wenn es „nur“ um die Entsorgung des Tannenbaums geht.

Dirk Christiansen
Landjugend Grundhof

2016 01 09 13.45.58800

 

2016 01 09 22.27.04800

Text/Fotos: Dirk Christiansen, Gruppenbilder: Katharina Frenzen