Unewatt (ftb) - Ein Wald steckt voller Geschichten und Geschichte. Ein Teil der Geschichte sind die Bäume. In der historischen Region Angeln hatten die Bäume einen großen Nutzen für die Menschen. Je nach Beschaffenheit des Holzes wurde es für die Herstellung von haus- und landwirtschaftlichem Gerät eingesetzt. Diesen Zusammenhang möchte das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt auf eine originelle Art und Weise darstellen. Ein Museumswald soll entstehen. Auf einer Fläche von einem halben Hektar werden hinter dem Verwaltungsgebäude in Unewatt heimische Bäume angepflanzt. Anhand von Tafeln wird der Bezug zu den Ausstellungsstücken im Museumsdorf hergestellt. Die alten haus- und landwirtschaftlichen Ausstellungsstücke sind zumeist aus Holz gefertigt.

Die Klassifizierung von Härte, Dichte und Festigkeit gaben den Ausschlag für die jeweilige Holznutzung. Das harte Holz der Buche wurde für Hobel und Radnarben gebraucht. Aus der unverwüstlichen Eiche wurden im historischen Angeln mächtige Schiffe gebaut, schwere Fässer und landwirtschaftliche Geräte hergestellt. Die knackigen Eicheln dienten als Schweinefutter. Aus dem Holz der Linde wurden gemütliche Pantoffeln und robuste Holzschuhe gefertigt. Die fleißigen Bienen schenkten den Menschen köstlichen Lindenblütenhonig. Aus der biegsamen Weide fertigte man früher mit viel Geschick kleine und große Körbe, landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge. Die Weiden erntete man im Winter, trocknete sie und stellte sie vor der Verarbeitung ins Wasser, um sie schön biegsam zu machen. Wurde die Rinde entfernt, waren die Körbe elastisch. Ließ man die Rinde dran, war der Korb später wasserabweisend. Die Weidenkörbe waren sehr stabil und mussten schwere Lasten aushalten. Im Mittelalter wurden damit sogar Ziegelsteine transportiert.

Die historische Nutzung des Holzes in Angeln wird durch den Aufbau des Museumswaldes anschaulich gemacht. „Der Museumswald erklärt, wozu früher das Holz und die Früchte benutzt wurden“, schildert der Vorsitzende des Fördervereins des Landschaftsmuseums Angeln und Bürgermeister von Langballig Peter Dietrich Henningsen. „Das Museum bietet die Möglichkeit, heimische und herkömmliche Kultur zu erfahren.“ Die Idee für den Museumswald hatte Peter Dietrich Henningsen. Das Museumsdorf Unewatt ist vom Tal der Langballigau, einem ausgezeichneten Naturschutzgebiet, umgeben. Der Museumswald gliedert sich somit harmonisch in die Angelner Landschaft und in das einmalige, erlebnisorientierte Museumskonzept des Landschaftsmuseums in Unewatt ein.

Die ersten Aktionen für die Entstehung des Museumswaldes beginnen wetterabhängig in den nächsten Wochen. Das Gebiet wird bearbeitet und ein Knick angelegt. Im März beginnen die Pflanzarbeiten. „Es werden schon große Bäume gepflanzt“, erzählt der beauftragte, freiberufliche Förster Arne Petersen. Im Mai ist die Fertigstellung vorgesehen. Die Landjugend Grundhof steht dem Landschaftsmuseum Angeln als Partner zur Verfügung. Sie wird bei den Vorarbeiten und der Knickpflanzung unterstützen. “Wir hoffen, dass der Museumwald eine Attraktion für Jung und Alt wird“, freut sich Peter Dietrich Henningsen. Es sei ein ideales Ausflugsziel für Schulklassen und Kindergartengruppen.

 

Bild: Silvaconcept