Hürup (ftb) - Das "Hürup Mobil" hat einen neuen Standort

In einem Dorf auf dem Lande zu leben, zwingt den Bewohner mobil zu sein. Wer in Hürup wohnt, braucht dafür aber kein eigenes Auto vor der Tür. Aktive Hüruper setzten sich für klimafreundliche Lösungen ein.

Eine Gruppe Hüruper hat sich in einem Verein „Energiewende leicht gemacht“ zusammengeschlossen und Einiges auf den Weg gebracht. Sie haben es geschafft, dass der öffentliche Bus Hürup viermal am Tag, anstatt nur drei Mal anfährt. Sie haben Sammeltaxis ins Leben gerufen und sind beim Klimapakt Flensburg aktiv dabei. Sie haben den „Roten Punkt“ aus den siebziger Jahren wieder zum Leben erweckt. Derjenige, der einen roten Punkt in der Windschutzscheibe kleben hat, nimmt gern spontan jemanden mit. Auch gibt es ein lokales Mitfahrerportal im Internet.

Um die hohe PKW-Dichte zu verringern, haben sie noch eine weitere Alternative geschaffen: das Carsharing. In der Stadt ist dieses Modell schon etabliert, auf dem Land noch nicht. Kein Grund für die Hüruper es nicht mal zu versuchen. Im Februar 2014 gründeten Engagierte den Verein „Hürup mobiler“. Über ein Mitglied, das eine Autowerkstatt besitzt, konnte ein Auto zur Verfügung gestellt werden. Mittels eines österreichischen Reservierungsportals werden die Nutzungszeiten organisiert. Vereinsmitglieder reservieren zunächst ihre Nutzungszeit. Der Schlüssel lagert in einem Tresor, der an der Außenfassade bei dem örtlichen Lebensmittelladen angebracht ist. Auf dem angrenzenden Parkplatz steht das Auto, das sie sofort nutzen können. Pro km werden 0,30 € und für die genutzte Stunde 2,- € gezahlt. Eine Familienmitgliedschaft kostet 36 Euro im Jahr, bei der sogar Fahranfänger ab 18 Jahren fahren dürfen. Eine Einzelmitgliedschaft kostet 24 Euro im Jahr. Bisher sind etwa 25 Mitglieder im Verein. Das Nutzungsverfahren ist einfach und bequem. Nun braucht nicht jeder mehr ein eigenes Auto vor der Tür.

„Hürup mobiler“ wurde für diese tolle Idee sogar schon mit einem Geldpreis ausgezeichnet. Diese Finanzspritze ermöglicht es dem Verein, noch ein Jahr dieses Angebot zu testen. „Wir haben wirtschaftlich gesehen zu wenig Nutzer und hoffen auf Zuwachs“, berichtet der Vorsitzende John Wilner-Höfer.

„Energiewende leicht gemacht“ hat schon viel erreicht. Die Vereinsmitglieder sind sehr engagiert, „alle Bürger mit zu nehmen“ auf die klimafreundliche Reise, erzählt John Wilner-Höfer. Es ist ein Hüruper Bürgersolarpark entstanden, 170 Haushalte nutzen als gemeinschaftlicher Abnehmer grünen Strom und der Verein hält Vorträge über energiebewusste Haushaltsführung.


Die zahlreichen Projekte führen zu einem langsamen Umdenken der Bürger. Und der soziale Zusammenhalt der Dorfbewohner wird gestärkt, gemeinsam eine klimafreundliche Zukunft zu schaffen.

 

An dieser Stelle steht ab sofort das "Hürup Mobil". Standort: gelb, schwarz gestreifter Poller. Vorsitzender John Wilner-Höfer und Kassenwartin Claudia Ehlers.