Stoltebüll (ftb) – Vergangenes Wochenende hat sich die Gemeinde Stoltebüll bei den gut besuchten „Stoltebüll open“ präsentiert. Die Sonne schien, die wunderschöne Landschaft zeigte sich in spätsommerlichen Farben mitsamt den vereinzelten Reet gedeckten Häusern und blühenden Vorgärten. Die Gäste konnten viele Stationen ansteuern. Der Kaffeegarten in Stoltebüll erfreute sich vielen Besuchern. Im Galeriegarten Gulde der Bildhauerin Andrea Gose nahmen sich die Gäste Zeit, in dem verwunschenen Garten zu schlendern und die eindrucksvolle Verschmelzung von Kunst und Natur zu betrachten.

Familie Thomsen stellte ihren Milchviehbetrieb vor. 200 Kühe mit Nachzucht werden von der Familie und zwei Auszubildenden versorgt. Asmus Thomsen erzählte, wie er den Betrieb Ende der 70ger Jahre von seinem Vater mit 30 Kühen übernahm. Als klar war, dass sein Sohn Iwer Thomsen den Betrieb übernehmen würde, bauten sie ihn aus.

Den Großteil des Futters aus Mais, Weizen und Gras, bauen sie selber an und betreiben sinnvollerweise noch eine Biogasanlage, in der der Rindermist aufbereitet wird. Die nährstoffhaltige Gülle kommt aufs Feld und die überschüssige Wärme ins Wohnhaus.

Die Bewirtschaftung ist durchdacht und an dem Wohl der Tiere ausgerichtet. „Nur eine Kuh, die sich wohl fühlt, gibt auch Milch“, lacht Asmus Thomsen. „Alle Kühe liegen auf weichem Stroh und nicht auf heute oft üblichen gummierten Matten.“ Die kleinen Kälber stehen aus hygienischen Gründen in ihren Kälberboxen an der frischen Luft. Nach vier Wochen wechseln sie in den Jungviehstall, in dem sie nach Alter geordnet zusammen stehen. Jede Kuh hat seinen Platz, um optimal versorgt zu werden.

Auch in der Zucht geht der Betrieb mit der Zeit. „Die Rinderzucht ist mein Steckenpferd“, freut sich Senior Asmus Thomsen. Heutzutage kann eine Kuh anhand der DNA des Blutes oder Gewebes das vermeintlich optimale Kälbchen gebären. „Da wir kleine Kälbchen bevorzugen, können die Kühe ohne menschliche Hilfe kalben“, erzählt Asmus Thomsen stolz. Früher war so etwas nicht möglich.

Die aktuelle Situation der Milchpreise sieht er besorgt. „Wir investieren nur, wo es unbedingt nötig ist,“ erzählt der erfahrene Landwirt und denkt an die vielen Betriebe von damals, die es heute nicht mehr gibt.

„Stoltebüll open“ war ein interessanter Ausflug in ein Angelner Gemeindeleben.

 

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Asmus und Iwer Thomsen arbeiten Hand in Hand.

 

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In den Iglos sind die Kälber optimal versorgt.

 

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Im Stall liegt das Jungvieh auf weichem Stroh.

 

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Im Galeriegarten Gulde der Bildhauerin Andrea Gose. Kunstwerk "Balance" aus geölter Eiche.

 

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Auch der Kaffeegarten war gut besucht.