Munkbrarup (ftb) – Angelika Wohlenberg macht auf ihrer Vortragsreise durch Deutschland mit sechs Massai Halt in der St.-Laurentius-Kirche in Munkbrarup. Sie setzt sich seit mittlerweile 32 Jahren für die Massai, einem Nomadenstamm in Nordtansania und Südkenias, ein. Angelika Wohlenberg ist in Breklum aufgewachsen und teilte ihren Eltern schon in dem zarten Alter von 8 Jahren mit, dass sie Entwicklungshelferin werden möchte.

In Malambo, einem kleinen Dorf in der Massai-Steppe, kümmert sich Angelika Wohlenberg mit dem Verein „Hilfe für die Massai“ unermüdlich für die dort lebenden Menschen. Die Massai sind als altes Kriegervolk bekannt. Die Männer haben als Krieger und Hüter der Rinder das Sagen und die Frauen müssen sich ihrem Willen unterordnen und sich um das Heim kümmern. „Mädchen werden schon in jungen Jahren verkauft und sind in Besitz eines Mannes“, erzählt Mama Massai. „Ich möchte, dass sie eigenständig leben.“ Für die traditionell lebenden Massai ist dies unvorstellbar. “Wenn aber Männer zum christlichen Glauben kommen, ändern sie ihre Herzen und geben ihren Frauen mehr Freiheit und ihren Mädchen eine Schulausbildung.“ Die Frauen und Mädchen der Evangelisten erfahren eine Wertschätzung und können positiv in die Zukunft schauen. „Wir arbeiten vor Ort mit den Evangelisten zusammen und leisten Entwicklungs- und Gesundheitsarbeit“. In dem Waisenhaus, das sie aufgebaut hat, bekommen die Kinder durch das gemeinsame Zusammenleben eine Perspektive. "Wir können sie prägen und mit Hilfe des christlichen Glaubens stärken“. „Die Kinder dürfen Lebensglück erleben, wenn Massai Christen werden. Wir zerstören keine Kultur, sondern schenken Freiheit.“

Der Veränderung der Lebensweise durch den christlichen Glauben macht die gesamte Familie zukunftssicher. Denn der Lebensraum wird für die Massai immer knapper. Da sie traditionell keinen Ackerbau betreiben, werden sie von der Regierung verdrängt, indem die nutzbaren Landflächen an andere Stämme verteilt werden. „Aufgrund fehlender Bildung können sie auch nicht für ihre Landrechte einstehen“, berichtet Angelika Wohlenberg über die Herausforderung, denen sich die Massai gegenwärtig stellen müssen.

„Die Kraft für meine Arbeit schöpfe ich aus dem christlichen Glauben. Ich habe so viel erlebt in meinem Leben“, erinnert sie sich. Sie erzählt lebendig von den Herausforderungen, die sie in Afrika gemeistert hat. Sie durchfuhr bei reißendem Wasser nach starken Regenfällen die Steppe mit ihrem Jeep mit zahlreichen Massai auf dem Autodach. Sie erzählt von der Begegnung wilder Tiere. Ein Löwe stand ihr gegenüber und die Massai machten ihr Mut und sagten: „Normalerweise sind Löwen nicht gefährlich, nur manchmal“. Auch ein Hippo machte es sich einmal neben ihrem Zelt gemütlich. Beim Waschen in einem Fluss, begegnete sie einem Krokodil mit der anfänglichen Vermutung, dass dies ein Baumstamm sei, der plötzlich Augen hatte. Ihr Lebensmotto ist es, „im Namen Jesu mit unerschrockenem Herzen“ zu leben und zu handeln. Unerschrocken stellt sie sich den Herausforderungen, um anderen Menschen zu helfen. Die Massai nennen sie liebevoll Coco (Oma) und sagen, dass Gott ihre Hände gesegnet hat. Was für ein Glück, dass sie da ist!

 

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Gemeinsam singen die Massai mit Angelika Wohlenberg (rechts außen) „richtig fetzige“ Lieder in der St.-Laurentius-Kirche in Munkbrarup. Die Massai betrachten sich als Missionare für Deutschland. Die 18 jährige Nembuan (vorne) möchte gern Pilotin werden und besucht eine Eliteschule. Rebecca (rechts außen) ist 8 Jahre alt und lebt in dem Waisenhaus. Sie wurde als Braut verkauft und geht in die 4. Klasse. Chris (Vierter von links) ist durch die Unterstützung einer Patenschaft einer 88 jährigen alten Dame Architekt geworden.