Glücksburg (pm) - Ein fröhliches "Nihao" schallt den Freiwilligen in der Mittagspause entgegen: Hanying und Jingwen bilden heute das Kochteam und haben ein chinesisches Nudelgericht mit schleswig-holsteinischem Gemüse kombiniert. Ob mit Stäbchen, Löffel oder Gabel, das "internationale Restaurant" beim SCI-Workcamp auf dem artefact-Gelände in Glücksburg tischt täglich ungewöhnliche Rezepte auf, die reihum gekocht werden. Aus sieben Ländern sind die Teilnehmer hierhin gekommen, um täglich 5 bis 6 Stunden auf dem Gelände des Zentrums für nachhaltige Entwicklung mitzuarbeiten, sich untereinander auszutauschen und obendrein mehr über erneuerbare Energien und ökologischen Gartenbau zu lernen.

In den vergangenen zwei Wochen schaufelten sie Lehm zu Staubecken und auf Dächer, die sie selber bepflanzten. Artenvielfalt und Bienenhaltung beschäftigten einige der Teilnehmer schon vorher, hier konnten sie die dazu gehörende Praxis erlernen und zum Teil auf Exkursionen vertiefen.

So lernten die Teilnehmer aus China, Malaysia, Italien, Spanien, Kolumbien, Indien und Deutschland bei einem Besuch der Halbinsel Holnis die vom NABU betreuten Rastvogelgebiete kennen, aber auch die indigene Düngerherstellung mit terra preta, die Reinhard Bartsch für seinen Gemüseanbau einsetzt. Bei artefact entsteht nun dazu ein Demonstrationsbereich.

Doch auch im Energieerlebnispark machten sich die Freiwilligen nützlich: Jiaoyang und Yan aus Peking bemalten die Handwärmer-Station mit einem chinesischen Motiv. Auch wenn die Übernachtung mit Feldbetten und Schlafsack in einem großen Zelt für die Meisten neu und gewöhnungsbedürftig war, so genossen doch gerade die Großstädter diese ganz neue Erfahrung. Auch der interkulturelle Austausch mit den Einheimischen kam nicht zu kurz und beim Abschied nach zwei Wochen wusste Hanying: "Nihao in German means Moin Moin."

Auch noch nach dem Workcamp werden viele der Freiwilligen weiter in Kontakt bleiben, denn eine solche Erfahrung prägt oft die persönliche Weiterentwicklung: "Wer einmal über den Tellerrand geschaut hat, bleibt neugierig und offen für andere Kulturen und Denkweisen.", sagt Werner Kiwitt vom artefact-Zentrum. Seit den achtziger Jahren nahm er selber an zahlreichen Workcamps im In- und Ausland teil und kann nun als artefact-Geschäftsführer selber Gastgeber sein. Der Service Civil International führt seit 1918 weltweit Freiwilligeneinsätze zur Völkerverständigung durch. Der deutsche Zweig www.sci-d.de hat seinen Sitz in Bonn.

 

v.l.n.r.: Hanying und Jingwen aus China, Campleiterin Tam aus Malaysia, Janica aus dem Schwarzwald, Laura aus Kolumbien, Piyush aus Indien, Aimone aus Italien, Jiaoyang und Yan (vorne) am neu gestalteten "Handwärmer".

 

Pressemitteilung/Foto: Werner Kiwitt / artefact