Glücksburg (pm) - Das war zum Einstieg nicht nur ein Kulturschock: auch bei den Temperaturen gab es von einem auf den anderen Tag einen Unterschied von 35 Grad, als Mramba Noel Kiwelu Ende Januar seinen Einsatz im Glücksburger artefact-Zentrum aufnahm. Ein Jahr lang wird der achtundzwanzigjährige Computerfachmann aus Tansania in dem Bildungszentrum an der Flensburger Förde als Freiwilliger mitarbeiten. Gleich am ersten Tag bedeutete dies das Freilegen von Solarzellen vom reichlich gefallenen Neuschnee, in das er noch von seinem Vorgänger, Alex Tumuhairwe aus Uganda, eingearbeitet wurde.
Der junge Mann aus Tansania kommt über das Austauschprogramm von "weltwärts" nach Deutschland, mit dem alljährlich etwa 50 junge Deutsche bei artefact für ein Jahr als "solar volunteers" in Ostafrika vorbereitet und betreut werden.

"Wir freuen uns, dass "weltwärts" keine Einbahnstraße mehr ist und wir in diesem Jahr nun zehn Freiwilligen aus dem Umfeld unserer Partnerorganisationen die Gelegenheit geben können, bei verschiedenen Einsatzstellen in Schleswig-Holstein ihre Erfahrungen und anderen Blickwinkel einzubringen", meint dazu Werner Kiwitt von artefact.

Vorgänger Alex Tumuhairwe, der inzwischen wieder im heimischen Rukararwe angekommen ist, ist dabei eine echte Herausforderung für seinen Nachfolger Mramba: auch bei Eis und Schnee kam er stets mit dem Fahrrad zur Arbeit, ohne während des gesamten Jahres auch nur einen einzigen Tag krank zu sein.

Mramba Kiwelu, der am Fuße des Kilimandjaro groß geworden ist und schon von kleinauf in der Ferne die dramatisch schwindende Schneehaube auf Afrikas größtem Berg beobachten konnte, freut sich aber auch auf den Sommer, um bei artefact mehr über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Solarenergie zu lernen - dann ohne Schnee kehren.

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Alex Tumuhairwe (vorne) mit Mramba Kiwelu beim Schichtwechsel an einer Solaranlage

Text: artefact, Foto: W. Kiwitt