Flensburg (pm) - Am gestrigen Abend verstarb der ehemalige SSW-Landtagsabgeordnete, Parteivorsitzende und Chefredakteur von Flensborg Avis Karl Otto Meyer mit 87 Jahren in Schafflund. 
Der „Grand Old Man“ der Partei der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen wurde 1928 in Flensburg als Sohn eines Druckers geboren, war ausgebildeter Lehrer und von 1971 bis 1996 einziger SSW-Abgeordneter im Schleswig-Holsteinischen Landtag. 
Von 1960 bis 1975 war Karl Otto Meyer dazu SSW-Landesvorsitzender und von 1963 bis 1983 Chefredakteur von Flensborg Avis und Südschleswigsche Heimatzeitung.


Bundesweite Bekanntheit erlangte Karl Otto Meyer im Zuge der Barschel-Affäre 1987, deren Aufklärung er konsequent voran trieb und infolge dessen er sich als „Der Unbestechliche“ einen Namen machte.

Zum Tod von Karl Otto Meyer sagen der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms, und die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk:

„Wir trauern mit unseren Landesvorsitzenden Flemming Meyer und seiner Familie um seinen Vater Karl Otto Meyer. Mit dem Tod von Karl Otto Meyer verliert der SSW die größte Persönlichkeit unserer Partei in der Nachkriegszeit. Er hat den SSW von Anfang an mit aufgebaut und in verschiedenen wichtigen Positionen geprägt. Karl Otto Meyer hat entscheidend dazu beigetragen, dass der SSW nicht nur als Minderheitenpartei, sondern auch als vollgültige Partei anerkannt ist, die zu allen politischen Themen Stellung bezieht. In seiner Ära wurde der Grundstein für die heutigen Wahlerfolge und die Regierungsteilnahme des SSW gelegt. Karl Otto Meyer war über Jahrzehnte nicht nur das Aushängeschild des SSW, sondern auch der gesamten dänischen Minderheit.

Karl Otto Meyer war für viele im SSW und weit darüber hinaus ein großes Vorbild durch seine Gradlinigkeit und seine politischen Unbeugsamkeit, wenn er von der Richtigkeit seiner Sache überzeugt war. Seine politische Haltungen wurden durch den 2. Weltkrieg, wo er sich als junger Mann der dänischen Widerstandsbewegung anschloss, und durch die harten politischen Auseinandersetzungen in der jungen Bundesrepublik in den 1950-Jahren geprägt, wo er ein großer Gegner der Wiederbewaffnung der Bundeswehr war und sogar Berufsverbot als Lehrer bekam.
Karl Otto Meyer bezeichnete sich selbst als „Däne mit deutschen Pass“ und hat sich große Verdienste um die deutsch-dänischen Beziehungen erworben.

Bis zuletzt hat Karl Otto Meyer dem SSW die Treue gehalten und so gut er konnte auch noch an Parteiveranstaltungen teilgenommen, zuletzt beim Landesparteitag 2015 in Husum. Die Partei prägte sein Leben, und sein Leben prägte die Partei. Wir werden ihn im SSW sehr vermissen und in Erinnerung behalten. Unsere Gedanken sind bei der Familie von Karl Otto Meyer, seinen Kindern, Enkelkindern und Urenkeln.“

 

Mit großer Trauer hat auch Ministerpräsident Torsten Albig auf den Tod von Karl Otto Meyer reagiert. Der langjährige Vorsitzende und Parlamentarier des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) starb am Sonntag, den 7. Februar, im Alter von 87 Jahren. Der Regierungschef würdigte den langjährigen Politiker: "Karl Otto Meyer war viele Jahrzehnte lang das Gesicht der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein. Er hat der Gleichstellung der dänischen Minderheit den Weg geebnet und den Keim dafür gelegt, dass die Partei der Minderheit heute ganz selbstverständlich Teil einer Landesregierung ist.

In den 80er Jahren hat er sich als aufrechter Demokrat während der Barschel-Affäre und in den 1990ern als energischer Widersacher der Rechtsradikalen im Landtag große Verdienste um die demokratische Kultur in unserem Land erworben. Auch wenn Karl Otto Meyer zeitlebens eine offizielle Auszeichnung durch den Bund und das Land abgelehnt hat, ist Schleswig-Holstein ihm zu großem Dank verpflichtet", sagte Albig heute in Kiel.

Den Angehörigen von Karl Otto Meyer sprach der Ministerpräsident in einem Beileidsschreiben sein Mitgefühl aus.

Text: SSW Landesverband, Staatskanzlei