Flensburg (pm) - Hält die App den Nutzungsanforderungen stand? Das haben jetzt Mitarbeiterinnen der Hochschule Flensburg für die Firma Hytera getestet. 19 Probanden, 27 Stunden Videomaterial, 38 Fragebögen, 144 Funkrufe, 125.000 aufgezeichnete Augenbewegungen sowie ein Pfund Kaffee, drei Liter Apfelsaft und 15 Muffins – diese, zum Teil geschätzten Daten stehen am Ende des Projekts „Usability Test PTTConnect App“. Und die Antwort auf die Frage, wie gut eine App bei professionellen Anwendern und Anwenderinnen ankommt.

 Vanessa Schomakers, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Labor für Usability und Human-Computer-Interaction an der Hochschule Flensburg, und Alina Protsenko, Studentin der Angewandten Informatik, haben in Zusammenarbeit mit der Firma Hytera eine Applikation auf ihre Benutzerfreundlichkeit überprüft. „Es geht um eine App, mit der das Smartphone als Funkgerät genutzt werden kann“, erklärt Schomakers. Der Vorteil bestünde unter anderem darin, dass eine Verständigung auch außerhalb des Funknetzes möglich ist. Ein Betriebsleiter, der 200 Kilometer entfernt sei, könne so beispielsweise im Krisenfall dennoch mit den Kollegen vor Ort kommunizieren, erklärt die Wissenschaftlerin.

19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Rettungsdienst, Feuerwehr, THW und Industrie haben die App auf Herz und Nieren geprüft. Ist die Benutzeroberfläche verständlich? Was kann verbessert werden? Mithilfe der Methode lautes Denken, mit Video- und Audioaufnahmen und Interviews haben Vanessa Schomakers und Alina Protsenko identifiziert, was aus Sicht der Profis bereits gut funktioniert und wo noch Optimierungspotenzial besteht. „Es gibt einige Annahmen vonseiten Hyteras bezüglich der Benutzerfreundlichkeit, die sich bestätigt haben“, erklärt Protsenko, „aber auch neue Erkenntnisse konnten wir gewinnen. Das Entwicklerteam kann nun an den richtigen Stellen nochmal nachbessern“.

Der Usability-Test fand im Rahmen des Projektes „Mobile Computing Cross Platform Development“ statt. Hier entwickeln Hytera und die Hochschule Flensburg ein Cross-Plattform Framework (CPF) für sicherheitsrelevante VoIP-Apps, insbesondere für iOS und Android. Der Schwerpunkt dieses Projektes liegt in der Portierung von sicherheitsrelevanten Apps für Sprach- und Datenübertragung, unter anderem für den Bereich BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, z.B. Polizei, Feuerwehren) mit ihren hohen Anforderungen an App-Security, Übertragungssicherheit und QoS (Quality of Service).

 

Pressemitteilung/ Bild: Hochschule Flensburg