Glücksburg (ftb) – Am Montag starteten die Kinder der Grundschule Glücksburg in aufregende Projekttage. Es wurde viel Spannendes geboten. Sie konnten wählen ob sie mit dem Fahrrad die Umgebung erkunden, oder die moderne Marktforschung unter die Lupe nehmen oder sich mit dem Thema Wolle auseinandersetzen.

 

Zwei Projektgruppen standen unter dem Mantel des deutsch-dänischen Austausches. Einige Schüler besuchten das eisenzeitliche Dorf der dänischen Schule in Glücksburg. Andere segelten mit einem alten Haikutter nach Gravenstein (dän. Gråsten) und besuchten dort mit einer Übernachtung ebenfalls eine dänische Grundschule.

Schulleiterin Meike Thiermann machte sich mit achtzehn Kindern auf den Weg zur Anlegestelle in Sandwig. Ausgestattet mit Schlafsack, Isomatte und Schwimmweste erwarteten die Kinder erwartungsvoll den Traditionssegler „Jane“. Ehemann der Schulleiterin und erfahrener Segler Jörn Thiermann empfing die aufgeregten Kinder zusammen mit seinem Bootsmann Erik Frotscher. „Es ist cool, wenn man weit draußen auf dem Wasser ist, ohne dass man schwimmen muss“, freut sich die 9 Jahre alte Louise. Einige der Kinder brachten schon Segelerfahrung mit. Die Grundschule Glücksburg bietet in Zusammenarbeit mit dem Glücksburger Segelclub Nautic eine Segel AG an. Alina aus der 4. Klasse segelt dort schon seit 2 Jahren und wünscht sich nichts sehnlicher, als bei starkem Wellengang auf der Bootskante zu „reiten“ und sich gesichert den Wellen entgegen zu lehnen.
Möglich gemacht hat dieser ereignisreiche Ausflug eine Spende der Marine. „Der Erlös des Erbsensuppenverkaufes auf dem letzten Weihnachtsmarkt kam der Grundschule zu Gute, um das Thema „Nachbarschaft pflegen“ zu intensivieren“, berichtet Meike Thiermann. Eine passende Gelegenheit, langjährige Zusammenarbeit mit der dänischen Grundschule Gråsten Friskole fortzusetzen. „Die Schule kennen wir ganz gut, weil wir schon Projekte zusammen durchgeführt haben“, erzählt die Schulleiterin und denkt besonders an das letzte Kunstprojekt. „Wir wollen die Partnerschaft weiter ausbauen und streben eine offizielle Schulpartnerschaft an.“

Vierzehn Kinder der ersten und zweiten Klasse besuchten die historische Werkstätte der Lyksborg Danske Skolen. Ragnar von Winterfeld, Lehrer an der Schule, empfing die Kinder in einem nachempfundenen Gewand der Wikinger, das aus wollender Hose, wärmender Tunika und Lederschuhen besteht. Jedes der Kinder durfte sich ebenfalls als Wikinger verkleiden. In dem historischem Dorf gab es viel zu entdecken. Auf dem Lagerfeuerplatz brannte schon ein wärmendes Feuer. In dem durch eine Weidenhecke versteckte Opferhain fanden die Kinder die heidnischen Götter vor, die kunstvoll von der Werkkunstschule Flensburg dargestellt wurden. Sie lernten Odin kennen, der nur ein Auge hatte, weil er dieses opferte, um Weisheit zu erlangen. Neben ihm sein Sohn Thor mit seinem berühmten Hammer, der Blitz und Donner hervorrufen kann. Die Midgardschlange schlängelt sich zwischen allen Göttern hindurch. Es hieß, dass man sie am Horizont erblicken kann, wie sie sich in weiter Ferne bewegt. Im mit Stroh bedecktem Langhaus erfuhren die kleinen Wikinger mehr über das frühere Leben. Sie mahlten mit einem großen Stein Korn zu Mehl und rührten Butter aus Sahne. Ragnar von Winterfeld zeigte ihnen, wie man Schafswolle spann und webte, um daraus die robuste Kleidung zu fertigen. Er erläuterte anschaulich, dass die Feuerstelle und ein Viehbereich im Winter für Wärme sorgten. Auf der Abenteuerrunde entdeckten die Schüler echte Tierspuren und Felle erlegter Tiere, schossen mit dem Bogen auf ein Wildschwein und krackselten durch die Wildnis. Sie durften Schmuck aus weichem Draht formen und hauen. In breite Lederarmbänder stanzten sie ihren Namen in Runenschrift. Kreierten Ledersäcken und feilten Speckstein.

Ragnar von Winterfeld hat den Kindern einen wundervollen Vormittag beschert, bei dem sie ganz unbemerkt die nordische Kultur kennenlernten. „Hier können sie unsere Geschichte mit allen Sinnen erleben und ihre Sinne schärfen“, freut sich Ragnar von Winterfeld. In Dänemark haben die historischen Werkstätten eine lange Tradition, die sehr gefördert wird. Das Dorf ist die kleinste historische Werkstatt südlich der Grenze. Es dient in erster Linie dem Austausch der dänischen Schüler untereinander und fördert die Freundschaft zwischen dänischen und deutschen Schülern, berichtet Ragnar von Winterfeld. „Wir möchten die Zusammenarbeit und den Austausch fördern und legen viel Wert darauf“, unterstreicht er. Einfacher kann man nicht zusammenfinden.

Die Projekttage der Grundschule Glücksburg waren für die Kinder unvergesslich. So macht Schule Spaß!

 

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